Erste Zwischenbilanz

21. Februar 2007

Nach den ersten drei Tagen, hier in Kalifornien, nun mal ein kleiner Zwischenbericht.
Nachdem wir so mehr oder weniger alle den Jetlag hinter uns gebracht haben, startete die Tour of California mir einem 3,1 km langen Prolog. Die wenigstens rechneten sich bei diesem Prolog was aus, so kam es wie es kam. Alle hatten noch Probleme mitten in der Nacht (europäische Zeit) Rennen zu fahren. Der zweite Tag sollte etwas besser werden, dachte ich. Doch die erste Bergwertung nach knapp 13 km brachte dann Ernüchterung. Bei mir ging nichts. Absolut nichts. Der Motor nur im roten Bereich, die Muskeln Brett hart und ich wieder mal fast alleine hinter her .Ich kam zwar wieder zurück ins Feld, doch erholen konnte ich mich nicht. Nach der zweiten Bergwertung war klar, ich sehe heute nicht mehr mit dem Sieger das Ziel. Müde und total am Ende fuhr ich dann mit meiner Gruppe ins Ziel. Von dem Sturz bekamen wir das blanke Chaos von der Jury mit. Viele überrundete und gestürzte Fahrer durcheinander. Keiner wusste mehr wer in welcher Gruppe war. Naja und das dann der kleine Ami die Zeit von der ersten Gruppe bekam war auch keine saubere Aktion. Aber wir sind ja hier in Amerika. Heute lief es schon viel besser auch wenn das Ergebnis nicht den wahren Zustand hergibt. Warum wieder nur 12.? Tja die Frage werde ich mir sicherlich noch ne Weile selber stellen. Das könnt ihr mir glauben. Zum einen lag es sicherlich noch an der Teamzusammenfindung auf den letzten 5 km, zum anderen sicherlich noch an der fehlenden Übersicht meinerseits und den nötigen 10 % an der Form. Es ist schon nicht schön den Sieger zu sehen wie er die Arme hoch reißt, wenn man selber noch knapp 20 m vor dem Ziel am üben ist.
Trotzdem lassen wir den Kopf nicht hängen und morgen ist ja auch noch ein Tag. Wenn vielleicht keiner für mich( da es bergig ist),dann vielleicht für jemand anders von uns.
Bis bald und denkt dran: ?Niemals aufgeben?..

Dopingkontrolle

10. Februar 2007

Heute möchte ich euch mal erzählen wie es so bei einer Dopingkontrolle vor sich geht.

Ich kam gerade von der Massage, als vor meinem Zimmer, in Mallorca, schon eine junge Dame auf mich wartete. Nada, Nationale Dopingagentur. ?Ich bitte sie mir zu folgen? sagte sie bestimmend. Ich wollte noch schnell Schuhe anziehen und mir eine Flasche Wasser mitnehmen. ?Bitte eine original verschlossene Flasche?. Das war mir neu. Aber okay. Dann ging es von Zimmer zu Zimmer um meine anderen 3 Kollegen einzusammeln. ?Habt ihr alle eure Ausweise?? Natürlich nicht, denn bis zur letzten Kontrolle reichten unsere Lizenzen um uns auszuweisen. Also gingen wir alle, in Begleitung der Kontrolleurin. wieder in unsere Zimmer um die Ausweise zu holen.

Angekommen im Kontrollzimmer, wartete schon ein zweiter Kontrolleur auf uns. Von nun an ging das bis dahin übliche Prozedere vor sich. Becher aussuchen, dann den Behälter, wo die Gläser für die A und B Probe drin sind. Ich war bereit und ging mit dem Kontrolleur auf die Toilette. ?Als erstes Hände waschen?. Das war mir neu, aber okay. Dann T-Shirt bis zu der Brust hoch und die Hose bis zu den Knien runter. Urinabgabe aber mindestens 110 ml. Das ist nicht immer so einfach wenn der gute Mann nur knapp zwanzig Zentimeter neben einem steht. Trotz aller Routine bei den vielen Kontrollen dauert es den einen oder anderen Moment bis der Becher voll ist .Als dies fertig war, geht der Schreibkram los. Nummern der A und B Probe mit denen auf dem Zettel vergleichen und Fragen? Nehmen sie Medikamente? Haben sie Atteste? Haben sie in den letzten 6 Monaten eine Bluttransfusion hinter sich? Dann war ich soweit fertig, als mich die junge Dame darauf hin wies sitzen zu bleiben. Erst alle 4 Urinabgaben. Aber warum ?? Danach nehmen wir noch Blut sagte sie. Also hieß es warten. Der letzte war nach knapp einer Stunde fertig. Jetzt hieß es Blut abnehmen, ganze 4 Röhrchen.3 davon wurden wieder mit Zahlen versehen und in extra gesicherte Behälter verschlossen. Wieder mussten wir warten bis alle fertig sind. Denn danach wurde das vierte Röhrchen noch zentrifugiert und wieder mit Zahlen versehen. Ein Riesenaufwand der nach über zwei Stunden endlich sein Ende fand. Die Kontrollen sind notwendig und die Nada zeigt dass auch in ausländischen Trainingslagern kontrolliert wird. Solche Kontrollen sind wichtig um unseren Sport wieder Glaubhaft zu machen. Hoffen wir nur das, dass in anderen Ländern genauso streng gehandhabt wird.

Wind in der Wüste, das kennen wir doch…

31. Januar 2007

Wer meine Qatar Einsätze in den letzten Jahren verfolgt hat wird festgestellt haben das ich hier im Lande der Windes und des Sandes den einen oder anderen Tag hatte wo es, sagen wir mal so, nicht gerade rosig lief. Die letzten Jahre war immer ein Tag dabei wo ich auf der Windkante von der ersten in die meist letzte Staffel zurück gefallen bin. Ich habe mir vor diesem Einsatz hier geschworen dass mir das dieses Jahr nicht passiert. Denkste. Es lag schon Spannung in der Luft als die Startvorbereitungen im vollen Gange waren. Start wie fast jeden Tag war mitten in der Wüste. Der Unterschied zu den anderen Tagen war nur, das heute die Windgeschwindigkeit drastisch hoch war. Jeder wollte in der ersten Reihe stehen und es lag ein Hauch von Raubtierfütterung in der Luft. Den ganzen Tag Seitenwind. Sprich Kante. Mit ca. 55 km/h überquerten wir den neutralen Punkt von wo aus das Rennen dann gestartet wurde. Ich war gut dabei. Das Feld riss, ich saß in der ersten Staffel. Felsenfest. Denkste. Nach 5 Km mussten ca. 10 Fahrer die erste Staffel ziehen lassen. Petacci und ich dabei. Nun gut dachte ich mir, die zweite Staffel tut es für den Anfang auch. So fuhren wir mit ca. 65 km/h, 185 Puls und 30 Sekunden Rückstand hinter der ersten Staffel hinterher. Bei km 45, ich fuhr wirklich schon ne knappe dreiviertel Stunde am Anschlag, dachte ich im Anfall von geistiger Umnachtung, Frösi könnte mal ne Führung auslassen, denn mein Pulsmesser zeigte utopische Werte an und die Beine schrien nach Entlastung. Gesagt getan?Hop, rief ich Eckhout dem Belgier zu, er solle vor mir rein. Die nächsten Worte will ich lieber nicht kommentieren, denn Eckhout ließ reißen und so standen wir zwei mitten in der Wüste. Mit der nächsten Staffel ging es dann noch 25 km Anschlag weiter bis alle die Moral und die Kraft verließen, so kamen wir mit knapp einer Stunde Rückstand in Doha an?Schön und jedes Jahr wieder.
Und die Moral von der Geschichte?
Aus Fehler sollte man lernen?

Rennkalender für 2007

29. Januar 2007

Steht der Giro eigentlich auf dem Plan?

Erster Renntag

28. Januar 2007

Hallo,
eigentlich wollte ich heute, zum ersten Renntag kein Kommentar verfassen, aber die Ereignisse waren doch so, dass ich etwa dazu schreiben muss. Der Tag war schon von Anfang an etwas nervös. Erstes ?richtiges? Rennen der Saison und keiner wusste so richtig wo er steht.
Das erste Missgeschick ereignete sich schon auf dem Weg zum Start. Die hiesige Polizei sperrte den Weg zum Start ab, als auf der Gegenseite ein LKW ungebremst in das Stauende raste. War wirklich nicht schön anzusehen.
Nachdem der Schock dann einigermaßen verdaut war, ging es endlich los. Richtig nervös, wie erwartet. Aber die Kante auf die alle gewartet haben blieb aus. Die Nervosität blieb das ganze Rennen über. Viele Stürze und Defekte?. Dann kam das was alle Radsportler so schön Finale nennen und was man auch eigentlich nicht beschreiben kann. Weil was da passiert, gerade hier beim ersten Rennen in Qatar ist schier unbeschreiblich. Die letzten Kilometer musste ich auf meinen Anfahrer Kraussi verzichten. Der ärgerte sich erst mit einem Platten, dann mit der Jury und zum Schluss im Grupetto noch mit einigen Einheimischen. Der Zwist mit der Jury kostet uns ganze hundert Schweizer Franken.
Paco Wrolich nahm mich die letzten Kilometer ans Rad und versuchte mir den Weg frei zu räumen. Nicht immer ohne selbst schon halb auf dem Asphalt zu liegen. Gerade bei den ersten Rennen stecken alle Fahrer richtig rein und schrecken auch vor Stürzen nicht zurück. Die letzten 5 Kilometer waren dann wieder die Härte. Links Stürze, rechts kracht es, überall Geschrei?. Drei Kilometer vor dem Ziel musste dann auch Paco aufgeben. Er war Kräfte mäßig am Ende. Kraussi hat halt gefehlt. Also musste ich mir den Weg selber bahnen. Aber ab der 1000 m Marke war auch für mich Schluss. Ich habe zwar noch mal alles versucht, mehr als ein 10. Platz war trotzdem nicht drin. Kurz vor der Ziellinie sah ich dann noch wie Grame Brown einen richtigen Schlenker machte und dabei Tom Steels vom Rad holte. Nicht gerade schön anzusehen wenn einer mit 60 auf dem Asphalt vor einem her rutscht.
Beim Abendessen (alle Mannschaften sind in einem Hotel und essen gemeinsam) ging dann Steels auf Brown los. Er zeigte ihm sein gebrochenes Schlüsselbein und argumentierte sichtlich verärgert (Brown unter Radfahrern auch als Kamikaze verschrien).Brown blieb regungslos. Steels hingegen schrie durch den ganzen Saal. Go Home?Auf einmal Stand ein Fahrer auf, Klatschte und schrie ebenfalls Go Home?.Jetzt tobte der Saal, alles stand und schrie Go Home?
Das Fazit des Tages. Nicht gestürzt und auf ein neues.
In dem Sinne, bis bald

Angekommen im Land des Sandes

26. Januar 2007

Hallo Leute,

wollte mich heute mal von der Sonnenseite des Planeten melden. Nach einer fast 20 stündigen Anreise sind wir dann endlich auf dem International Airport Doha gelandet. Der erste Schock kam als uns unser Fahrer mit Pullover, Jacke und Pudelmütze entgegen kam. Er sagte das es bitter kalt ist. Als wir vor die Tür kamen waren 16 Grad.(nachts um 4). Soviel zum Thema.
Doha ist eine einzige Baustelle. Binnen 1 Jahr sind hier fast 20 neue Wolkenkratzer entstanden. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Also wenn man hier trainieren fährt, geht es entweder an einer Baustelle vorbei oder 50 km gerade aus durch die Wüste.
Dafür ist das Hotel echt super, das kommt dann auch der Moral zu Gute. Die ersten zwei kurzen Einheiten haben wir hinter uns. Heute wollten wir eigentlich 4 Stunden fahren, aber als wir nach ner Stunde so eine 50 km lange Straße entlang fuhren, kam ein LKW. Das war wie ne Einladung an unseren Italiener und mich. Deswegen wurden es statt 4 nur etwas schnellere drei?
Bis später

Frösi

Frösis Start in die Saison – Beginn des Tagebuches für 2007

18. Januar 2007

13. – 18. Januar:
Die ersten 2000 Trainingskilometer hab ich in den Beinen. Jetzt geht es erstmal zum Renntraining auf den Nürburgring und von Dienstag bis Mittwoch stehe ich “Frage und Antwort” bei der Gerolsteiner Team-Präsentation.
Freitag seht ihr mich dann wieder auf der Piste von Mallorca, wo der 2. große Trainingsblock für uns beginnt.

11. Januar:
Heute ist Ruhetag.
Endlich Zeit für Shopping in Palma bzw. stundenlanges Sitzen im Café am Strand, um einfach nur in der Sonne auszuruhen.

10. Januar:
600 Kilometer in 3 Tagen und der zweite Trainingsblock liegt hinter mir. Meine Beine sind fit und das treibt die Form langsam nach oben… von den 20 Grad mit satter Sonne hier in Mallorca ganz zu schweigen.

7. Januar:
Der erste dreier Block dieser Saison ist geschafft. Heute konnte ich erstmal so richtig schön ausschlafen. Dann standen lockere 50 km auf dem Plan…ganz ruhig. Den Rest des Tages verbrachten wir (Thorsten Hieckmann und ich) mit Wäsche waschen, Kaffee trinken und Saunagängen zur Erholung…..

5. Januar:
heute 5 Stunden am Stück, die sich wesentlich besser fuhren als gestern – nebenbei – z.Zt. sind viele Profis auf der Insel

4. Januar:
Das erste Training über 4 Stunden fuhr sich noch richtig schwer, aber das super Wetter entschädigte für die Strapazen –

2. Januar:
Letzter Check vor dem Abflug ins Trainingslager nach Mallorca – · Trainer Prof. Junker · ist sehr zufrieden mit Frösis derzeitigem Leistungsstand!